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Veröffentlicht am 2. Oktober 2014  von encod

Österreichische Aktivisten formieren sich in Cannabis Social Clubs

Oct 1, 2014

Nächsten Freitag beginnt der Cultiva Kongress mit Joep Oomen, Koordinator der Europäischen Koalition für gerechte und effektive Drogenpolitik (ENCOD), und Koordinator des ersten Cannabis Social Clubs in Belgien.



Alle Fassungen dieses Artikels: [Deutsch] [italiano]




Online ansehen : medijuana.de

Österreichs Cannabispatienten haben lange genug gelitten. Angesichts fast täglich neuer Forschungsergebnisse wollen sie endlich ihre beste Medizin legal erhalten und formieren sich nun in einer wachsenden Zahl von Cannabis Social Clubs (CSC). Diese haben das Ziel, nach entsprechenden Gesetzeslockerungen Cannabis für ihre bedürftigen Mitglieder produzieren zu können. Vorerst ist dies aber aufgrund der geltenden Rechtslage nicht möglich, da die Behörden in dem Moment eingreifen müssen, in dem der Straftatbestand “Vorsatz zur Suchtmittelgewinnung” erfüllt ist.

Den größten Zulauf hat bisher der im vergangenen Mai als erster österreichischer CSC gegründete CSC Salzburg. Gründer ist der Flachgauer Schmerzpatient Wilhelm Wallner, der sich jetzt um eine Ausnahmegenehmigung für den Anbau von medizinischem Cannabis bemüht.

Eine kurzzeitige Arrestierung von Wallner wegen einer ausstehenden Verwaltungsstrafe von einigen 100 Euro endete in einer Sympathiewelle österreichischer Medien. Diese stellten seinen Fall ausführlich dar und zeigten ebenfalls Unverständnis dafür, dass der Staat dem nach einem Berufsunfall seit zehn Jahren an starken Schmerzen leidenden Mann nicht sein Cannabis als Medizin erlaubt, obwohl er damit die ungleich schädlicheren synthetischen Opiate bis hin zu Morphium absetzen könnte. Wallner zufolge bekämpfe Cannabis seine Schmerzen besser als alles, was ihm die Ärzte im Rahmen seines jahrelangen Kampfes gegen die Schmerzen verschrieben hätten. “Von den Opiaten war ich nur benebelt und konnte mich nicht konzentrieren”, sagte Wallner.

Einen etwas anderen Weg geht der von Gerald Wagner gegründete CSC Wiener Neustadt. Wagner wolle vor allem bei der Forschung ansetzen, heißt es in den Vereinsstatuten:

Der Verein möchte Aufzucht, Verarbeitung und Forschung aus den unterschiedlichsten Bereichen, auch mit bereits freigegebenen Hanfprodukten fördern und durchführen. … Mit dem Ziel, die Freiheit von mündigen Bürgern auch im Umgang mit Cannabis als Konsummittel bzw. Genuss- und vor allem aber als Heilmittel ohne Pharmaindustrie zu erreichen.

Lokalpolitiker scheinen auf die Vorteile von Cannabis als Medizin aufmerksam zu werden und haben den CSC Wr. Neustadt aufgefordert, ein Modell vorzulegen, wie die Produktion von Cannabis zu Forschungszwecken aussehen könnte.

Neben diesen beiden Clubs wurde auch der CSC Wien von den Behörden bisher genehmigt. Dies steht bei den CSC Mattersburg, Tirol, Eisenstadt und Graz noch aus. Fest steht aber, dass sich in Österreich immer mehr Aktivisten und Cannabispatienten formieren, um der Prohibition ein baldiges Ende zu bereiten.





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